Die drei Ms, Missy, Mika und Madlen

Liebe Nicola, lieber Roger,

sehr gerne schreibe ich diesen Artikel für euch. Denn die Entwicklung, die wir durch euch gemacht haben, ist für mich unglaublich.

Wie sind wir zu euch gekommen?

Wir hatten ein Pony, das weder Mensch noch Tier brauchte, das mittlerweile jegliche Reitversuche mit Steigen beantwortete und das überall „Trolle“ sah. Wir hatten also ein Pony, das für eine Mutter schlichtweg zum Reiten zu gefährlich war.

Und wir hatten eine Besitzerin mit Kind, die sowieso nicht besonders mutig gewesen ist, aber jetzt völlig verängstigt und mit den Nerven am Ende war.

Da von ärztlicher Sicht alles in Ordnung war, kam die ebenfalls völlig ratlose, aber sehr kompetente Reitlehrerin, die uns damals unterrichtet hat, auf folgende Idee: Vielleicht braucht dein Pony etwas mehr für den Kopf?! „Da gibt es einen Trailplatz in Boklund in der Nähe von Kropp.“

Am 12.05.2013 schaute ich mir das Turnier bei euch an und war beeindruckt, wozu Pferde in der Lage waren.

Ich wollte mich als Zuschauer für einen Kurs im Oktober anmelden, um zu schauen, ob ich das meinem Pony überhaupt zumuten kann. Ich war mittlerweile aber so verzweifelt, dass ich unbedingt wissen musste, ob es da überhaupt eine Chance für uns gibt, oder ob wir uns voneinander trennen müssen. Also nahm ich allen Mut zusammen, meldete uns für den Kurs an und dachte, wer, wenn nicht diese Menschen, müssten mit einem so verrücktem Pony umgehen können. Letzter Versuch für mich und Missy!

Wir kamen bei euch an und was mich als erstes beeindruckte: die Ruhe! Das hat wohl auch auf mein Pony abgefärbt, denn sie stand unangebunden und ohne nach den Anderen zu giften auf dem Trailplatz.

Wir begannen mit Bodenarbeit, was meiner Stute anscheinend sogar gefiel und sie so sehr beschäftigte, dass die „Trolle“ sich in Luft auflösten. Für mich war erstaunlich, dass mein kleines 1,45m großes Pony seine Beine so hoch kriegen kann.

Nach der Mittagspause sollte es ans Reiten gehen. Oh, nein! Die Schmetterlinge tanzten Samba in meinem Bauch! Was ich natürlich vor Roger versuchte zu verbergen. Mein Pony verriet mich aber!

Dann war ich an der Reihe. So, einmal die Holzrampe hoch oben auf dem Berg drehen und wieder die Holzrampe runter.

Auf geht´s - aber nicht mit meinem Pony!

Dann wollte Roger mir helfen und führte sie. Ihre Antwort darauf: ich kann auch steigen und buckeln. Das ließ Rogers Cowboyherz höher schlagen. Mit viel Geduld und Konsequenz zeigte er Missy, dass nur der Weg über das Holz ein guter Weg ist. Und es klappte!

Bei der Nachbesprechung stellte ich die für uns entscheidende Frage; „Seht ihr eine Basis, auf der Missy und ich aufbauen können?“ Rogers Antwort: „Dein Pony ist toll, sie weiß nur immer noch einen anderen Weg!“

Es folgten einige Kurse, z. B. mit dem Thema „Verladen“. Noch so ein Problem – aber nicht für Roger! Es nagte so sehr an meinem Ego, dass ich ganz oft das Verladen Zuhause übte, bis es keine Schwierigkeit darstellte.

Mit jedem Kurs bei Roger und mit jeder Reitstunde bei Nicola wuchsen wir ein wenig mehr über uns hinaus und bekamen immer mehr Vertrauen zueinander und zu uns selbst. Ich lernte an erster Stelle an mir zu arbeiten und nicht an meinem Pony.

Nicola und Roger zeigten mir einen Weg, den ich sehr gerne gehe. Denn mit viel Übung und liebevoller Konsequenz kann man vieles erreichen.

Jetzt haben wir eine freundliche, trittsichere und geländetaugliche Stute. Bei allen Ausritten, u.a. am Strand von St. Peter- Ording, lasse ich meinen Sohn reiten. Ich vertraue keinem anderen Pferd mehr als ihr. Und heute, am 20.08.2015, haben die beiden die Königsdisziplin des „Extremtrails“, den Balancebeam geritten und gemeistert.

Ich danke euch, dass wir so ein tolles Team werden konnten und so viele schöne Momente erleben dürfen!